Mehr Förderung, weniger Bürokratie. So lässt sich die zentrale Forderung des 31. Landessportbundtages am 23. Juni in Balingen zusammenfassen. Neben der Eindämmung bürokratischer Vorgaben rückte dabei ganz aktuell auch die Diskussion um die Zukunft des baden-württembergischen Bildungszeitgesetzes in den Mittelpunkt. Schließlich war die dafür zuständige Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut als Vertreterin der Landesregierung in der Stadthalle zu Gast.

WLSB-Präsident Andreas Felchle machte in seiner Ansprache deutlich, dass das Gesetz und insbesondere dessen Regelungen und Umfänge für Fortbildungen im Ehrenamt nicht angetastet werden dürfen. "Das Bildungszeitgesetz ist für den Sport sehr sehr wichtig. In der relativ kurzen Zeit, in der es das Gesetz gibt, hat es sich sehr positiv auf die Bereitschaft unserer Ehrenamtlichen zu Aus- und Fortbildung ausgewirkt", sagte Felchle. Davon habe aber nicht nur der Sport etwas. "Letztendlich profitieren wie als Gesellschaft davon. Das sind Leute, die mehr mit Menschen umgehen können, die mehr von Management verstehen. Das sind auch Fähigkeiten, die die Betriebe brauchen. Damit ergibt sich auch für sie eine Win-win-Situation vom Feinsten", erklärte Felchle.

Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut bekundete als Vertreterin der Landesregierung ihre großen Sympathien für den Sport, mochte jedoch keine Zusage machen: "Wir müssen die Gesamtsituation sehen, es ist ein umfangreiches Verfahren." Momentan laufe noch die Evaluierung. "Ich hoffe bis zum Ende des Jahres auf ein Ergebnis, danach werden wir in die Diskussion eintreten", beschrieb sie den zeitlichen Ablauf und trat damit auch Presseberichten entgegen, in denen eine Kürzung des Bildungszeitanspruchs für Ehrenamtliche als bereits beschlossene Sache dargestellt wurden.

Wie WLSB-Präsident Felchle machte sich auch Elvira Menzer-Haasis, Präsidentin des Landessportverbandes Baden-Württemberg (LSV), für das Bildungszeitgesetz stark. Menzer-Haasis bezeichnete es als wichtigen Baustein für die hohe Qualität der Trainer, Übungsleiter und ehrenamtlichen Mitarbeiter: "Diese Menschen sind das Rückgrat unserer Vereine. Ich hätte kein Problem damit, wenn die Politik eine Lösung nur für den Sport findet."

LSB Tag 2018 HalleZu schaffen mache den Vereinen auch die wachsenden bürokratischen Belastungen, wie zuletzt durch die Datenschutzgrundverordnung. "Ich bin zutiefst überzeugt davon, dass unsere Volksvertreter überzeugte Verfechter ehrenamtlichen Engagements sind. Dass sie sich dafür einsetzen möchten, dass Gesetze einigermaßen vernünftig funktionieren und gesunden Menschenverstand in sich tragen. Aber in der Praxis klappt das leider nicht. Die Folgen sind leider ganz erheblich", gab Felchle den zahlreichen Landtagsabgeordneten im Saal mit auf den Weg.

Und in Richtung der Kommunen betonte WLSB-Präsident Andreas Felchle zudem: "Vereinsförderung ist keine gesetzliche Verpflichtung, aber sie ist eine wichtige Förderung der Gesellschaft." Denn schließlich seien Sportvereine und ihre Aktivitäten auch ein Standort- und Bindungsfaktor in den Städten und Gemeinden. Eine angemessene Förderung der Vereine durch die Städte und Gemeinden müsse auch dann selbstverständlich sein, wenn die kommunalen Kassen nicht so gut wie derzeit ausgestattet seien.

Ausführliche Berichte zum 31. Landessportbundtag am 23. Juni in Balingen können Sie in Ausgabe 8 von Sport in BW lesen.

Impressionen des Landessportbundtages 2018 finden Sie auf der Facebookseite des WLSB.

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