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Eine Anhörung im Bildungsausschuss des Landtags hat die Probleme bei der Schwimmfähigkeit von Kindern und beim Bädererhalt im Land offengelegt. Dass es zur Anhörung überhaupt kam, ist ein Verdienst der Bäderallianz Baden-Württemberg.

Nun liegen die Fakten auf dem Tisch: Jede vierte Grundschule in Baden-Württemberg kann keinen Schwimmunterricht anbieten. Fast jedes dritte Kind verlässt die Grundschule, ohne die im Bildungsplan geforderten Schwimmfähigkeiten zu erreichen. Und fast jedes sechste Bad in Baden-Württemberg ist von der Schließung bedroht, die Hälfte in den nächsten fünf Jahren sanierungsbedürftig. In den Medien hat diese besorgniserregende Situation der Schwimmausbildung von Kindern und der Bäder im Land große Wellen geschlagen. Sie wurde am 26. September bei einer Anhörung des Landtags-Bildungsausschusses öffentlich. Vertreter der Bäderallianz Baden-Württemberg waren dabei als Experten geladen.

Bei der Anhörung schilderten sowohl Holger Voigt, Geschäftsführer des Badischen Schwimmverbandes, als auch Ursula Jung, Vizepräsidentin der DLRG Württemberg, die kritischen Entwicklungen bei der Schwimmfähigkeit von Kindern. Beide machten einerseits deutlich, dass die im Bildungsplan geforderten Schwimmfähigkeiten zum Ende der Grundschulzeit (100 Meter Schwimmen ohne Zeitbegrenzung) nicht ausreichend sind, um sicher schwimmen zu können. Erforderlich, so Voigt und Jung, sei das Jugendschwimmabzeichen in Bronze.

Zugleich begegneten sie der Auffassung von Kultusministerin Susanne Eisenmann, wonach die Schule nicht der Ort fürs Schwimmen lernen, sondern fürs Schwimmen üben sei, mit Zahlen aus einer eigenen Umfrage bei Schwimmvereinen und DLRG-Ortsgruppen. Demnach beträgt bei 40 Prozent der Vereine und Ortsgruppen die Wartezeit auf einen Platz in einem Schwimmkurs ein Jahr und mehr, teils sogar bis zu zwei Jahre. Wie sollen Eltern da verlässlich ihrer „Pflicht“ nachkommen, dass ihre Kinder in einer sicheren Umgebung und unter qualifizierter Anleitung vor oder zu Beginn der Grundschulzeit Schwimmen lernen können?

Dass es überhaupt zu dieser Anhörung überhaupt gekommen ist, darf die Bäderallianz Baden-Württemberg – der Zusammenschluss der beiden Schwimmverbände im Land, der DRLG Baden und Württemberg und des Württembergischen Landessportbundes – durchaus als Erfolg auf ihre Fahnen schreiben. Denn in den Gesprächen mit den sportpolitischen Sprechern der Landtagsfraktionen von Bündnis90/Grüne, CDU, SPD und FDP hat sich die Bäderallianz einerseits dafür stark gemacht, dass nicht noch mehr für die Schwimmausbildung geeignete Bäder geschlossen werden dürfen. Andererseits hat sie darauf hingewirkt, dass die Ergebnisse einer Umfrage des Kultusministeriums zur Situation des Schwimmunterrichts in Grundschulen nicht erst am Sankt-Nimmerleins-Tag veröffentlicht werden dürfen.

In der Folge hat der Bildungsausschuss des Landtags fraktionsübergreifend sowohl die öffentliche Anhörung beschlossen als auch das Ministerium aufgefordert, bis zu diesem Termin erste Ergebnisse der Umfrage vorzulegen. Nun bleibt abzuwarten, ob und auf welchen Feldern die Landespolitik aktiv wird. Die Bäderallianz Baden-Württemberg wird sich auf jeden Fall weiter dafür einsetzen, dass es bei diesem Thema vorangeht. Denn die Nichtschwimmer-Kinder von heute sind die Nichtschwimmer-Eltern von morgen.

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